DCM verstehen:Herzgesundheit beim Hund

Ein vergrössertes Herz, das an Pumpkraft verliert: Das kennzeichnet die dilatative Kardiomyopathie, kurz DCM. Unter grossen Hunderassen ist sie die häufigste Herzerkrankung. Sichtbare Beschwerden können erst Monate später auftreten.

In der beschwerdefreien, okkulten Phase lohnt sich ein genauer Blick auf Veränderungen. Diese Seite erklärt den Verlauf der DCM und zeigt, welche Beobachtungen zwischen den Tierarztterminen hilfreich sein können.

Nutzerfoto: ein Dobermann im rosa Pullover, zu Hause auf dem Bett

58 % kumulative Prävalenz bei den Dobermännern der untersuchten Kohorte (Wess et al., 2010).

Herzwerte laufend beobachten

In Ruhe und im Schlaf

Referenzwerte nach Mass

Was für Ihren Hund normal ist

Veränderungen bemerken

An seinen Gewohnheiten orientiert · Plus und Max GPS

Bericht für die Tierarztpraxis

Als Vorbereitung auf den Praxisbesuch

Biotracker:Ihr Begleiter für die tägliche Beobachtung

Der Biotracker sitzt am Halsband und erfasst Herz- und Atemwerte während des gewohnten Hundealltags. Für diese laufende Messung braucht es weder direkten Hautkontakt noch eine Rasur.

Mit Plus oder Max GPS stehen Ihnen sowohl Warnmeldungen als auch der tägliche Bericht zur Verfügung.

Biotracker Invoxia

Biotracker

Täglicher Einblick in die Herzgesundheit

  • Herz- und Atemfrequenz in Ruhe
  • Erkennung des Risikos für Vorhofflimmern (AFib)
  • Den Verlauf über mehrere Tage erkennen
  • Gesundheitsbericht für Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt

Ab

Entdecken

Veränderungen im Alltagbesser nachvollziehen

Was hat sich seit dem letzten Praxisbesuch verändert? Der Biotracker hält die Messwerte auch über die dazwischenliegenden Monate fest. So ergänzen Daten Ihre Erinnerung. Den Tagesbericht erhalten Sie mit Plus und Max GPS.

Invoxia Biotracker zur Gesundheitsüberwachung am Hundehalsband

true Ruheherzfrequenz

Schlafmessungen schaffen vergleichbare Bedingungen für den täglichen Verlauf. Zusätzlich bietet der Biotracker eine Einschätzung des Risikos für Vorhofflimmern (AFib).

true Atemfrequenz

Die Atemzüge werden automatisch erfasst. Diesen Wert lassen Tierkardiologen besonders oft zu Hause beobachten und zählen.

true Schlaf und Aktivität

Ändert ein Hund sein Schlafverhalten oder wird weniger aktiv, fällt das im Alltag nicht immer sofort auf.

true Bericht für die Tierarztpraxis

Ist die Praxis an Biotrack angebunden, kann sie Kurven und Trends laufend einsehen. Alternativ laden Sie vor dem Termin einen vollständigen Bericht als PDF herunter.

Messwerte sammeln,den Praxisbesuch vorbereiten

Aus den Messungen entsteht keine Diagnose. Der Biotracker hält vielmehr fest, was zwischen zwei Terminen geschieht, und macht Abweichungen vom gewohnten Verhalten sichtbar.

1

Ruhephasen nutzen

Im Schlaf und während der Erholung werden Herzschlag und Atmung laufend aufgezeichnet.

2

Persönliche Bezugswerte erkennen

Mit jeder Messung wird deutlicher, welche Werte für Ihren Hund üblich sind. Ausschlaggebend ist sein eigener Verlauf, nicht der Durchschnitt seiner Rasse.

3

Auf Veränderungen aufmerksam werden

Bleiben die Werte über längere Zeit ausserhalb des persönlichen Musters, kann eine Meldung erfolgen. Grundlage ist kein pauschaler Grenzwert. Diese Hinweise gehören zu Plus und Max GPS.

4

Daten der Tierarztpraxis bereitstellen

Alle Gesundheits- und Aktivitätswerte lassen sich über Biotrack einsehen. Aus der App können Sie ausserdem einen PDF-Bericht herunterladen und weitergeben.

Biotrack-Plattform entdecken →
5

Reaktionen auf die Therapie verfolgen

Wird nach einer Diagnose eine Therapie begonnen, liefern die Biotracker-Aufzeichnungen Hinweise auf die Reaktion Ihres Hundes. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann diese zur Verlaufskontrolle und bei Bedarf zur Dosisanpassung heranziehen.

Bei diesen Veränderungenist eine Untersuchung sinnvoll

Eine Diagnose lässt sich daraus allein nicht ableiten. Die Anzeichen sind jedoch ein Anlass zur Herzuntersuchung, besonders wenn die Rasse Ihres Hundes vorbelastet ist.

Welchen Nutzen haben AFib-Meldungen bei DCM? Ein durch DCM geschwächtes Herz kann bei zusätzlichem Vorhofflimmern noch weniger wirksam pumpen. AFib-Hinweise des Biotrackers machen auch zwischen Kontrollterminen auf dieses Risiko aufmerksam. Lassen Sie den Verdacht ohne Verzögerung tierärztlich per EKG abklären. Falls nötig, wird anschliessend die Behandlung angepasst.

Atmung · In Ruhe schneller als gewohnt

Die Atemfrequenz im Schlaf liegt mehrere Tage über den gewohnten Werten Ihres Hundes. Hitze, Belastung oder Stress erklären die Veränderung nicht.

Ausdauer · Ungewohnte Erschöpfung

Früheres Anhalten, längere Erholung oder fehlende Lust auf sonst beliebte Spaziergänge: Achten Sie auf den Unterschied zu den bisherigen Gewohnheiten, weniger auf einen festen Leistungswert.

Dringend · Husten, Schwäche, Ohnmacht

Neu auftretender, anhaltender Husten, Gleichgewichtsstörungen und kurze Ohnmachtsanfälle gehören umgehend abgeklärt. Solche Beschwerden treten erst spät auf.

Ursachen undvorbelastete Hunderassen

Bei der DCM ist der Herzmuskel erkrankt. Die linke Kammer wird weiter, ihre Wand dünner und ihre Pumpbewegung schwächer. Bevor die Tierärztin oder der Tierarzt DCM diagnostiziert, werden andere Gründe für die gestörte Herzmuskelfunktion ausgeschlossen.

Überwiegend genetische Ursachen

Für den Dobermann ist ein autosomal-dominanter Erbgang beschrieben. Da die Veranlagung über Generationen weitergegeben werden kann, spielen sowohl die Rasse als auch die Abstammung beim persönlichen Risiko eine Rolle.

Zwei Erscheinungsformen

Manchmal fallen zuerst Rhythmusprobleme auf, manchmal eine verminderte Pumpkraft. Auch beides ist möglich. Zur Früherkennung gehören deshalb zwei Untersuchungen: das 24-Stunden-Holter-EKG für die elektrische Aktivität und der Herzultraschall für die Struktur.

Nicht erbliche Einflüsse

Auch Formen mit Bezug zur Ernährung werden seit 2018 untersucht. Die Forschung dazu läuft weiter; ein kausaler Zusammenhang ist bisher nicht belegt.

Vor und nach der Diagnose

Davor: Veränderungen erkennen

Auch ein scheinbar gesunder Hund aus einer vorbelasteten Rasse kann sich jahrelang in der okkulten Phase befinden. Seine laufenden Messwerte liefern eine persönliche Vergleichsbasis. Die nötigen Untersuchungen mit Holter-EKG und Ultraschall bleiben dennoch unverzichtbar.

  • Frühzeitig wissen, welche Werte für den eigenen Hund üblich sind
  • Veränderungen als sachlichen Anlass für einen früheren Vorsorgetermin nutzen

Danach: den Verlauf verfolgen

Nach dem Beginn einer Behandlung ist die Zeit bis zur nächsten Kontrolle ebenfalls wichtig. Aufzeichnungen aus diesen Monaten machen den Verlauf nachvollziehbar und unterstützen die Praxis dabei, die Therapie bei Bedarf anzupassen.

  • Entwicklungen über längere Zeit dokumentieren
  • Vor der nächsten Kontrolle die Daten als Bericht bereitstellen
Tierärzte und Kliniken

Herzpatienten aus der Ferne begleiten

Mit Biotrack stellt Invoxia Tierarztpraxen eine eigene Plattform bereit. Die Daten der ausgerüsteten Hunde werden dort zusammengeführt. So behalten Sie ausgewählte Risikopatienten auch zwischen den Konsultationen im Blick.

Biotrack entdecken →

DCM verstehen:wie häufig beim Dobermann?

Weshalb betrachten wir gerade den Dobermann? DCM betrifft diese Rasse besonders stark. Zugleich stehen altersbezogene Daten aus systematischen Untersuchungen zur Verfügung: Bei 412 Dobermännern ermittelte die Studie von Wess et al. eine kumulative Prävalenz von 58,2 %. Diese Ergebnisse beschreiben Dobermänner und dürfen nicht auf die gesamte Hundepopulation übertragen werden.

Prävalenz nach Altersgruppe beim Dobermann

Untersuchung von 412 Hunden mittels Herzultraschall und 24-Stunden-Holter-EKG.

AlterPrävalenz
1 – 2 Jahre3 %
2 – 4 Jahre10 %
4 – 6 Jahre12,5 %
6 – 8 Jahre44 %
Über 8 Jahre44 %

Die Untersuchung suchte innerhalb einer Rasse gezielt nach der Erkrankung. Ihre Ergebnisse sind daher nicht direkt mit der Häufigkeit vergleichbar, die bei gewöhnlichen Konsultationen in einer Tierarztpraxis beobachtet wird.

Quellen: Wess et al., J Vet Intern Med 2010 ; Wess et al., J Vet Cardiol 2017 ; Tidholm et al., Vet J 2001 ; Broschk & Distl, Dtsch Tierarztl Wochenschr 2005 ; Summerfield et al., J Vet Intern Med 2012 ; Freeman et al., JAVMA 2018 ; Cornell University College of Veterinary Medicine.

Hunderassen,die besonders betroffen sind

Die dilatative Kardiomyopathie ist die zweithäufigste Herzerkrankung des Hundes und die häufigste bei grossen Rassen.

Ein Dobermann, ein Neufundländer und ein Irischer Wolfshund auf einem Weg in der Natur
Grosser Hund
Dobermann

Der Dobermann gehört zu den besonders betroffenen Rassen. Mehr über die Besonderheiten des Dobermanns.

Riesenrasse
Irischer Wolfshund

Der Irische Wolfshund zählt zu den besonders häufig betroffenen Rassen.

Riesenrasse
Neufundländer

Auch der Neufundländer gehört zu den besonders betroffenen Rassen.

Grosser Hund
Boxer

Beim Boxer stehen häufig ventrikuläre Rhythmusstörungen im Vordergrund.

Riesenrasse
Deutsche Dogge

Die Deutsche Dogge gehört zu den hier genannten vorbelasteten Rassen.

Mittelgrosser Hund
Cocker Spaniel

Beim Cocker Spaniel kann ein Taurinmangel beteiligt sein.

Die vier Stadiender Erkrankung

Für die Beschreibung des Krankheitsverlaufs werden vier Stadien verwendet. Besonders lange können die beiden frühen Abschnitte dauern, obwohl der Hund dabei gesund aussieht.

1

A · Hund mit erhöhtem Risiko

Rasse oder Abstammung sind vorbelastet, Untersuchungen zeigen aber noch keine Auffälligkeiten. Bereits jetzt ist Vorsorge relevant.

2

B · Okkulte Phase

Trotz Veränderungen am Herzen wie Erweiterung oder Rhythmusstörungen bestehen noch keine Symptome. Dieser Abschnitt kann sich über Jahre erstrecken.

3

C · Herzinsuffizienz

Mit Beschwerden wie Husten, Ermüdung und schneller Atmung wird die Krankheit klinisch sichtbar. Die Behandlung übernimmt die Tierarztpraxis.

4

D · Therapierefraktäres Stadium

Die übliche Therapie reicht nicht mehr aus, um die Herzinsuffizienz zu behandeln. Die Versorgung erfolgt nun stationär.

Ein früher Befund kann die Behandlung beeinflussen: In der PROTECT-Studie erhielten Dobermänner bereits vor klinischen Symptomen Pimobendan. Beschwerden traten später auf, die Überlebenszeit verlängerte sich. Ob und wie behandelt wird, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt.

Die Gesundheit Ihres Hundesin einer einzigen App.

Mit der App für iOS und Android sehen Sie Ruhewerte und deren Entwicklung, erhalten Hinweise und bereiten Berichte für die Praxis vor. Warnmeldungen und tägliche Berichte sind Bestandteil von Plus und Max GPS.

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Häufige Fragen von Hundehaltern

Sie möchten mehr zur Erkrankung oder zur täglichen Beobachtung wissen? Unser Support ist auch persönlich für Sie da.

Support kontaktieren

Eine Heilung ist nicht möglich, da DCM eine fortschreitende Erkrankung des Herzmuskels ist. Behandeln lässt sie sich dennoch: Tierärztliche Betreuung kann das Fortschreiten bremsen und das Befinden verbessern. Die PROTECT-Studie zeigte beim Dobermann einen späteren Symptombeginn, wenn die Behandlung schon vor klinischen Anzeichen startete.

Die Europäische Gesellschaft für Veterinärkardiologie empfiehlt bei Dobermännern jährliche Kontrollen ab dem dritten Lebensjahr. Dazu gehören Herzultraschall und ein Holter-EKG über 24 Stunden. Eine einzige Untersuchung mit normalem Ergebnis kann eine spätere DCM nicht ausschliessen.

Ein gesund wirkender Hund kann bereits Herzveränderungen haben. Genau das bezeichnet die okkulte Phase, die oft über Jahre verläuft. Deshalb ist eine systematische Früherkennung bei vorbelasteten Rassen auch ohne Beschwerden sinnvoll.

Der Biotracker liefert Messwerte und Hinweise auf Veränderungen, stellt aber keine Herzerkrankung fest. Dafür benötigt die Tierärztin oder der Tierarzt die klinische Untersuchung sowie Herzultraschall und Holter-EKG.

Massgeblich ist eine länger anhaltende Abweichung vom persönlichen Verlauf. Die Referenzwerte entstehen aus den Messungen Ihres Hundes, nicht aus einem Grenzwert für alle Tiere. Auch zwei Dobermänner müssen deshalb nicht dieselben Normalwerte haben. Die Funktion steht mit Plus und Max GPS zur Verfügung.

Wenden Sie sich sofort an Ihre Tierarztpraxis und teilen Sie die Aufzeichnungen. Ein AFib-Hinweis beschreibt ein geschätztes Risiko, keine gesicherte Diagnose; zur Abklärung gehört insbesondere ein EKG. Bei Atemnot, einem Schwächeanfall oder Bewusstlosigkeit ist unverzüglich der tierärztliche Notdienst zu kontaktieren.

Das vorhandene Halsband genügt zur Befestigung. Es sind weder Elektroden noch eine Rasur oder Hautkontakt nötig. Auch nachts bleibt der Biotracker am Hund: Im Schlaf lassen sich Ruhewerte besonders zuverlässig beobachten.

Behalten Sie das Herz Ihres Hundes im Blick

Tag für Tag zeichnet der Biotracker Herzschlag und Atmung auf. Weichen diese vom persönlichen Muster ab, kann er Sie darauf hinweisen. Für Warnmeldungen und den Tagesbericht benötigen Sie Plus oder Max GPS.

Das Gerät unterstützt die Verlaufskontrolle und ersetzt keine Diagnostik. Klinische Untersuchung, Herzultraschall und Holter-EKG bleiben Aufgabe der Tierarztpraxis.