Ihr Hund hustet seit zwei Tagen, vor allem wenn er sich aufregt, oder er fängt nachts im Schlaf an zu husten. Im Winter ist das häufig und meist harmlos. Ein Husten kann aber auch auf ein Problem hinweisen, das tierärztlichen Rat erfordert.
Bei einem Hund, der fit ist, normal frisst und spielt, deutet ein trockener Husten nach einem Aufenthalt in der Hundepension, auf der Hundewiese oder in der Hundetagesstätte zuerst auf eine ansteckende Atemwegsinfektion hin, den sogenannten Zwingerhusten. Er heilt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Ein Husten mit Müdigkeit, Fieber, schneller Atmung in Ruhe oder Atemnot sollte dagegen rasch tierärztlich abgeklärt werden.
Warum Ihr Hund im Winter mehr hustet #
Husten ist ein Reflex: Er befreit die Atemwege. Er ist keine Krankheit an sich, sondern ein Anzeichen, das ganz unterschiedliche Ursachen haben kann.
Im Winter verbringen Hunde mehr Zeit drinnen, in der Hundepension während der Ferien, in der Hundetagesstätte oder in der Hundeschule. Und Atemwegsinfektionen bei Hunden werden genau dort übertragen, wo mehrere Hunde zusammenkommen: durch direkten Kontakt, durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen und über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Spielzeug, Näpfe oder Liegeplätze.
Was man beim Hund oft „Erkältung" nennt, ist meist eine dieser leichten Infektionen: eine laufende Nase, ein paar Nieser, Husten, bei einem Hund, der sonst fit bleibt.
Zwingerhusten, die häufigste Ursache #
Zwingerhusten ist ein Sammelbegriff für ansteckende Atemwegsinfektionen, die durch Viren und Bakterien ausgelöst werden. Tierärzte sprechen vom Infektiösen Atemwegskomplex des Hundes.
Laut der amerikanischen Tierärztevereinigung AVMA erkennt man ihn an:
- einem häufigen, lauten Husten, der oft an das Schnattern einer Gans erinnert;
- einem plötzlichen Beginn, wenige Tage nach Kontakt mit anderen Hunden;
- einem Husten, der bei Anstrengung schlimmer wird oder wenn der Hund an der Leine zieht;
- manchmal Niesen, Nasen- oder Augenausfluss.
In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung mild, und der Hund ist nach 7 bis 10 Tagen wieder vollständig gesund. Halten Sie ihn in dieser Zeit von anderen Hunden fern: Er ist ansteckend und war es schon, bevor er zu husten begann. Rufen Sie außerdem vorher in Ihrer Tierarztpraxis an, damit er nicht ins Wartezimmer muss.
Welpen, ältere Hunde und Hunde mit Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Gehört Ihr Hund dazu, rufen Sie schon in den ersten Tagen des Hustens Ihre Tierarztpraxis an.
Lassen Sie vor einem Aufenthalt in der Hundepension oder in der Hundetagesstätte diesen Winter tierärztlich prüfen, ob die Impfungen Ihres Hundes aktuell sind: Einige schützen vor den wichtigsten Erregern des Zwingerhustens und werden bei der Aufnahme oft verlangt.
Weitere Ursachen für Husten beim Hund #
Husten ist nicht immer infektiös. Je nach Alter und Größe des Hundes kommen andere Ursachen infrage.
Eine Bronchitis. Ein trockener Husten, der mehrere Wochen anhält, kann von einer Entzündung der Bronchien kommen, manchmal nach einer Infektion. Nur Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann das unterscheiden.
Eine schwache Luftröhre bei kleinen Hunden. Bei Chihuahuas, Yorkshire Terriern, Toypudeln, Shih Tzus oder Zwergspitzen kann ein trockener, rauer Husten, ebenfalls gänseähnlich, von einem Trachealkollaps kommen. Die US-Tierklinikgruppe VCA beschreibt, dass er sich bei Aufregung, nachts, nach dem Fressen oder Trinken und bei Druck des Halsbands auf den Hals verschlimmert. Für diese Hunde ist ein Brustgeschirr an der Leine besser als ein Halsband.
Ein Herzproblem. Bei einem älteren Hund oder einem Hund einer kleinen Rasse kann ein Husten in Ruhe oder im Schlaf, zusammen mit schnellerer Atmung und schneller Ermüdung beim Spaziergang, auf eine Herzerkrankung hinweisen. Laut VCA ist er das häufigste Anzeichen einer Herzinsuffizienz. Warten Sie in diesem Fall nicht, bis der Husten vorbeigeht: Gehen Sie zum Tierarzt.
Ein Fremdkörper oder ein Reizstoff. Ein Grashalm, eine Granne, Kaminrauch oder Zigarettenrauch können die Atemwege reizen. Ein plötzlicher, heftiger Husten mit Würgen nach einem Spaziergang oder Spiel ist einen Anruf in der Tierarztpraxis wert.
Wann sollten Sie zum Tierarzt? #
Die meisten Winterhusten gehen von selbst vorbei. Bei manchen Anzeichen sollten Sie aber Ihre Tierarztpraxis anrufen.
Gehen Sie in den nächsten Tagen zum Tierarzt, wenn:
- der Husten länger als eine Woche anhält oder immer wiederkommt;
- Ihr Hund ein Welpe, ein Senior oder bereits krank ist;
- er vor allem in Ruhe oder nachts hustet;
- er beim Spaziergang schneller ermüdet.
Gehen Sie sofort zum Tierarzt, wenn:
- Ihr Hund in Ruhe schnell oder schwer atmet;
- er apathisch ist, nicht mehr frisst oder Fieber hat;
- der Husten feucht wird, mit Auswurf;
- sein Zahnfleisch oder seine Zunge blass, grau oder bläulich wirken;
- er ohnmächtig wird oder zusammenbricht.
Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber und schnelle Atmung sind laut AVMA Anzeichen einer Komplikation wie einer Lungenentzündung.
Geben Sie Ihrem Hund bis dahin keinen Hustensaft und kein Hustenmittel für Menschen ohne tierärztlichen Rat.
Die Atemfrequenz in Ruhe, ein einfacher Richtwert #
Die Atemzüge Ihres Hundes im Schlaf zu zählen, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, um zu erkennen, ob sein Husten mit Atembeschwerden einhergeht. Die VCA-Tierkliniken erklären, wie das geht:
- Warten Sie, bis er schläft oder ruhig liegt, weg von einer Wärmequelle.
- Beobachten Sie seinen Brustkorb: Einatmen und Ausatmen zählen zusammen als ein Atemzug.
- Zählen Sie 30 Sekunden lang und multiplizieren Sie mit zwei.
Bei einem gesunden Hund liegt die Ruheatemfrequenz zwischen 15 und 30 Atemzügen pro Minute. Bleibt sie über 30, zählen Sie innerhalb von zwei Stunden noch einmal und rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an, wenn sie nicht sinkt. Die AI-Collar-Studie, die Prof. Valérie Chetboul und ihre Teams mit dem Biotracker an mehr als 700 Hunden durchgeführt haben, nutzt denselben Richtwert: Über 30 Atemzügen pro Minute bei einem schlafenden Hund ist die Atmung ein Warnsignal.
Notieren Sie Ihre Messungen: Ein einzelner Wert sagt wenig, ein Anstieg über mehrere Tage sagt viel mehr.
🐾 Der Biotracker zählt für Sie
Keine Stoppuhr und kein Notizbuch mehr nötig: Der Biotracker misst die Atemfrequenz Ihres Hundes in Ruhe, jede Nacht im Schlaf, und vergleicht sie mit seinen eigenen üblichen Werten. Weicht seine Ruheatmung von seinen Gewohnheiten ab, erhalten Sie eine Benachrichtigung in der App (mit den Abos Plus und Max GPS). Ein konkreter Anhaltspunkt für Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt, der ihren Rat nie ersetzt.
So helfen Sie Ihrem Hund #
Solange der Husten anhält, und sofern Ihre Tierarztpraxis nichts anderes verordnet hat:
- lassen Sie ihn ruhen und begrenzen Sie Anstrengung, Spiel und lange Spaziergänge;
- führen Sie ihn am Brustgeschirr statt am Halsband, damit nichts auf seinen Hals drückt;
- vermeiden Sie Kaminrauch, Zigarettenrauch und Raumdüfte in dem Raum, in dem er schläft;
- waschen Sie Näpfe, Spielzeug und Liegeplatz, und teilen Sie sie nicht mit anderen Hunden;
- verschieben Sie Hundetagesstätte oder Hundepension, bis der Husten vorbei ist.
Trocknen Sie ihn nach Spaziergängen im Regen gut ab, vor allem wenn er älter oder kurzhaarig ist: Die Anzeichen, dass Ihrem Hund kalt ist, sind leicht zu erkennen und zu beheben. Für die anderen Risiken der Saison, von wunden Pfotenballen und steifen Gelenken bis zu Gefahren an den Feiertagen und Ausreißern an Silvester, halten Sie unsere Wintertipps für Hunde griffbereit.
Was die tägliche Überwachung sichtbar macht #
Husten fällt auf. Was ihn begleitet, viel weniger: eine etwas schnellere Atmung in der Nacht, ein Hund, der mehr schläft und sich beim Spaziergang weniger bewegt. Diese Veränderungen bauen sich oft über mehrere Tage auf, und gerade ihr Verlauf hilft Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.
Der Biotracker misst kontinuierlich die Atem- und Herzfrequenz Ihres Hundes in Ruhe sowie seine Aktivität und seinen Schlaf. Er vergleicht jede Nacht mit seinen eigenen Gewohnheiten: Eine Ruheatmung, die über mehrere Nächte schneller wird, oder eine Aktivität, die länger nachlässt als der Husten, werden zu konkreten Anhaltspunkten für die Tierarztpraxis statt eines vagen Eindrucks. Der Biotracker stellt keine Diagnose: Er hilft Ihnen zu erkennen, wann Sie tierärztlichen Rat einholen sollten.
💡 Gut zu wissen
Husten lässt sich am Telefon schwer beschreiben. Filmen Sie Ihren Hund während eines Hustenanfalls: Ein paar Sekunden Video helfen oft mehr als eine lange Beschreibung. In der Biotracker-App können Sie das Symptom mit diesem Video über den Gesundheitspass melden, und wenn Ihre Praxis Biotrack nutzt, landet die Meldung direkt in ihrem Dashboard.
FAQ: Hund hustet #
Mein Hund hustet, als hätte er etwas im Hals. Ist das schlimm? #
Das ist der typische Zwingerhusten, oft gefolgt von Würgen. Er ist meist harmlos, wenn Ihr Hund normal frisst, spielt und atmet. Tritt der Husten plötzlich nach einem Spaziergang oder Spiel auf, ist ein Fremdkörper möglich: Rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an.
Wie lange dauert Zwingerhusten? #
In der Regel 7 bis 10 Tage, manchmal etwas länger. Nach zehn Tagen, oder wenn Ihr Hund müde wird, Fieber hat oder schnell atmet, gehen Sie zum Tierarzt.
Sollte ich meinen Hund gegen Zwingerhusten impfen lassen? #
Es gibt Impfungen gegen mehrere Erreger des Zwingerhustens. Die AVMA empfiehlt sie vor allem für Hunde, die oft mit anderen Hunden zusammen sind: Hundepension, Hundetagesstätte, Hundeschule oder Hundewiese. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt sagt Ihnen, ob sie zum Alltag Ihres Hundes passen.
Warum hustet mein Hund nachts? #
Nächtlicher Husten kann bei einem kleinen Hund von einer schwachen Luftröhre kommen, aber auch von einem Herzproblem, vor allem bei einem älteren Hund. Zählen Sie seine Atemzüge im Schlaf und sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis, wenn es mehr als 30 pro Minute sind oder der Husten jede Nacht wiederkommt.
Darf ich meinem Hund Hustensaft geben? #
Nicht ohne tierärztlichen Rat. Ein Medikament für Menschen ist für Ihren Hund nicht geeignet, und den Husten zu unterdrücken, kann ein Problem verdecken, das behandelt werden muss.
Zusammengefasst #
Im Winter haben sich die meisten hustenden Hunde bei anderen Hunden mit einer Atemwegsinfektion angesteckt: lauter Husten, ein sonst fitter Hund, Heilung in ein bis zwei Wochen. Halten Sie ihn ruhig und von anderen Hunden fern, und führen Sie ihn am Brustgeschirr. Ein anhaltender Husten, Husten in Ruhe oder nachts, eine Atemfrequenz über 30 pro Minute im Schlaf, Müdigkeit oder Fieber sind ein Grund, Ihre Tierarztpraxis anzurufen.