Ihr Hund zittert nach dem Spaziergang, kuschelt sich an die Heizung oder will bei Regen nicht vor die Tür. Ist ihm einfach nur kalt, oder sollten Sie sich Sorgen machen? Und braucht er einen Mantel?
Ein Hund, dem kalt ist, zittert, wird langsamer, sucht einen warmen Platz oder wirkt unruhig. Meistens reicht es, nach Hause zu gehen und ihn abzutrocknen. Manche Hunde vertragen Kälte jedoch schlecht, und anhaltendes Zittern, blasses Zahnfleisch oder starke Schläfrigkeit sind Warnzeichen für einen Notfall.
Woran Sie erkennen, dass Ihrem Hund kalt ist #
Die ersten Anzeichen zeigen sich im Verhalten. Während oder nach dem Spaziergang kann ein Hund, dem kalt ist:
- frösteln oder zittern;
- langsamer werden, trödeln oder umkehren wollen;
- ängstlich oder unruhig wirken;
- Schutz suchen, sich an Sie drücken oder zu einer Wärmequelle laufen.
Auf genau diese Anzeichen sollten Sie laut der amerikanischen Tierärztevereinigung AVMA achten: Zittern, Unruhe, Verlangsamung, Schwäche und die Suche nach Wärme. Treten sie auf, gehen Sie mit Ihrem Hund nach Hause und trocknen Sie ihn ab. Zittert er im Warmen weiter oder wirkt er sehr erschöpft, rufen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt an.
Plötzliches Humpeln beim Spaziergang hat manchmal eine einfachere Ursache: Eis, das sich zwischen den Zehen festgesetzt hat. Kontrollieren Sie seine Pfoten, bevor Sie davon ausgehen, dass er Schmerzen hat.
Nicht jeder Hund verträgt Kälte gleich gut #
Wie gut ein Hund Kälte verträgt, hängt vor allem von Fell, Körperbau, Alter und Gesundheitszustand ab. Langes oder dichtes Fell schützt besser, macht einen Hund aber nicht unempfindlich gegen Kälte: Auch er kann an Unterkühlung oder Erfrierungen leiden.
Besonders kälteempfindlich sind:
- Hunde mit kurzem oder dünnem Fell;
- kleine und kurzbeinige Hunde, die näher am Boden und am Schnee sind;
- Welpen und ältere Hunde;
- Hunde mit einer chronischen Erkrankung: Diabetes, Herz- oder Nierenerkrankung, Hormonstörung;
- nasse Hunde, unabhängig vom Fell.
Anders als oft angenommen schützen ein paar Kilo zu viel nicht vor Kälte. Die AVMA hält die gesundheitlichen Risiken von Übergewicht für deutlich größer als diesen vermeintlichen Vorteil.
Braucht Ihr Hund einen Mantel? #
Nicht jeder Hund braucht einen Mantel, aber er hilft Hunden, die schnell auskühlen. Die RSPCA, die größte britische Tierschutzorganisation, empfiehlt ihn für Hunde mit kurzem oder dünnem Fell, kleine Hunde, ältere Hunde, junge Hunde und Hunde mit gesundheitlichen Problemen.
Damit ein Mantel wirklich schützt, sollte er:
- gut sitzen, ohne einzuengen oder die Bewegungen zu behindern;
- Ihrem Hund erlauben, sich problemlos zu lösen;
- trocken bleiben: Ein nasser Mantel kühlt mehr aus, als er schützt, deshalb lohnt sich ein Ersatzmantel.
Trocknen Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang mit einem Handtuch ab, vor allem Bauch und Pfoten: Ein nasser Hund ist anfälliger für Kälte und Erfrierungen.
Ohren, Rute und Pfoten: die am stärksten gefährdeten Stellen #
Bei starker Kälte schützt der Körper zuerst die lebenswichtigen Organe und versorgt die Extremitäten schlechter mit Blut. Ohren, Rute und Pfotenballen sind daher als Erste von Erfrierungen betroffen, besonders wenn der Hund nass ist oder an einer Erkrankung leidet, die die Durchblutung verringert, etwa einer Herzerkrankung oder Diabetes.
Die Anzeichen, die die US-Tierklinikgruppe VCA beschreibt:
- blasse, graue oder bläuliche Haut;
- eine Stelle, die sich kalt und hart anfühlt, schmerzt oder geschwollen ist;
- ein Hund, der ständig an einem Ohr, der Rute oder einer Pfote leckt oder knabbert;
- später Blasen oder Haut, die sich schwarz verfärbt.
Diese Anzeichen können erst einige Tage nach der Kälteeinwirkung auftreten. Wenn Sie eine Erfrierung vermuten, bringen Sie Ihren Hund ins Warme, reiben Sie die Stelle nicht, verwenden Sie weder Föhn noch Heizkissen und rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an. Geben Sie ihm keine Schmerzmittel für Menschen: Paracetamol und Aspirin sind für Hunde giftig.
Unterkühlung: wenn Kälte zum Notfall wird #
Zu einer Unterkühlung kommt es, wenn die Körpertemperatur zu stark sinkt. Gefährdet ist vor allem ein Hund, der lange draußen war, nass ist, oder ein empfindlicher Hund, der der Kälte ausgesetzt war.
Bei den Anzeichen, die die RSPCA beschreibt, müssen Sie sofort handeln:
- starkes Zittern, das bei großer Kälte aufhören kann, was ein Zeichen für einen ernsten Zustand ist;
- Schläfrigkeit oder Verwirrtheit;
- blasses Zahnfleisch;
- unsicherer Gang, Koordinationsverlust;
- ein Hund, der zusammenbricht.
Bis Sie in der Tierarztpraxis sind, wärmen Sie Ihren Hund langsam auf: trockene Decken, eine lauwarme Wärmflasche in einem Tuch, niemals eine Wärmequelle direkt auf der Haut. Fahren Sie dann ohne Zögern zum Tierarzt.
Im Alltag: die richtigen Gewohnheiten bei Kälte #
Ein paar Gewohnheiten genügen, um entspannt durch den Winter zu kommen:
- verkürzen Sie die Spaziergänge bei starkem Frost und gehen Sie lieber öfter raus;
- wischen Sie nach dem Spaziergang Pfoten, Bauch und Beine ab, um Schnee, Streusalz und Enteisungsmittel zu entfernen;
- stellen Sie sein Bett weg von Zugluft und kaltem Boden auf;
- sorgen Sie für eine angenehme Raumtemperatur: Die RSPCA empfiehlt 10 bis 25 °C;
- lassen Sie ihn nie allein im Auto: Im Winter vergleicht die AVMA ein kaltes Auto mit einem Kühlschrank;
- meiden Sie zugefrorene Teiche und Seen, denn das Eis kann einbrechen.
Kälte ist nur eines der Risiken der Saison. Um seine Pfotenballen zu schützen, Gelenkschmerzen zu lindern und bei Husten, Gefahren an den Feiertagen und Ausreißern an Silvester richtig zu reagieren, folgen Sie unserer Winterroutine für Hunde.
Was die tägliche Überwachung sichtbar macht #
Ein Hund, dem kalt ist, zeigt es sofort. Ein Hund, der den Winter schlecht verträgt, verändert sich dagegen oft unauffälliger: Er bewegt sich weniger, schläft mehr, will nicht raus. Schwer zu sagen, ob es am Wetter liegt oder an einem echten Problem.
Gerade weil sich diese Veränderungen nach und nach einstellen, hilft eine tägliche Überwachung, sie zu erkennen. Der Biotracker erfasst kontinuierlich die Aktivität, den Schlaf sowie die Herz- und Atemfrequenz Ihres Hundes in Ruhe und vergleicht jeden Tag mit seinen eigenen Gewohnheiten. Eine Aktivität, die länger nachlässt, als das schlechte Wetter anhält, oder eine Ruheatmung, die über mehrere Nächte schneller wird, sind konkrete Anhaltspunkte, die Sie Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt zeigen können. Der Biotracker stellt keine Diagnose: Er hilft Ihnen zu erkennen, wann Sie tierärztlichen Rat einholen sollten.
💡 Gut zu wissen
Ältere und herzkranke Hunde vertragen Kälte oft schlechter. Für einen Hund mit bekannter Herzerkrankung empfiehlt die RSPCA, die Zeit draußen bei Kälte auf höchstens 20 Minuten zu begrenzen. Fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt, wie lange die Spaziergänge für Ihren Hund sein sollten.
FAQ: Hund und Kälte #
Ab welcher Temperatur friert ein Hund? #
Es gibt keinen festen Grenzwert: Es kommt auf Fell, Größe, Alter und Gesundheit des Hundes an und darauf, ob er nass ist. Ein kleiner, kurzhaariger Hund kann viel früher frieren als ein Hund mit dichtem Fell. Achten Sie eher auf sein Verhalten als auf das Thermometer.
Friert ein Hund immer, wenn er zittert? #
Nicht unbedingt: Kälte ist nicht die einzige mögliche Ursache für Zittern. Hält es an, sobald Ihr Hund warm und trocken ist, oder kommen andere Anzeichen hinzu, gehen Sie zum Tierarzt.
Braucht mein Hund einen Mantel? #
Nur wenn er schnell auskühlt: kurzes oder dünnes Fell, kleiner Hund, Welpe, älterer oder kranker Hund. Wählen Sie einen gut sitzenden Mantel, der die Bewegungen nicht behindert, und wechseln Sie ihn, wenn er nass ist.
Kann ein langhaariger Hund frieren? #
Ja. Dichtes Fell schützt besser, verhindert aber weder Unterkühlung noch Erfrierungen, vor allem wenn der Hund nass ist oder lange regungslos in der Kälte bleibt.
Was tun bei erfrorenen Pfoten? #
Bringen Sie Ihren Hund ins Warme, tupfen Sie die Pfoten trocken, ohne zu reiben, und wärmen Sie sie sanft auf, ohne direkte Wärmequelle. Ist die Haut blass, grau, bläulich oder schmerzhaft, rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an.
Zusammengefasst #
Ein Hund, dem kalt ist, zittert, wird langsamer und sucht Wärme: Gehen Sie nach Hause, trocknen Sie ihn ab, und meist ist alles wieder in Ordnung. Kurzhaarige und kleine Hunde, Welpen, Senioren und kranke Hunde brauchen mehr Aufmerksamkeit, und ein trockener, gut sitzender Mantel kann ihnen helfen. Anhaltendes Zittern, blasses Zahnfleisch, starke Schläfrigkeit oder blasse Haut an Ohren, Rute oder Pfoten sind Notfälle: Wärmen Sie Ihren Hund langsam auf und rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an.