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Hundemalaria (Babesiose): Symptome, Auwaldzecke und Vorbeugung

·7 min
Gesundheit Nachrichten
Autor
Emma
Leiterin der Hunde-Community bei Invoxia

Ein langer Herbstspaziergang über feuchte Wiesen, und ein paar Tage später lässt Ihr Hund sein Futter stehen und bleibt im Körbchen liegen. Ist er einfach müde? Könnte eine Zecke dahinterstecken? Und ab wann sollten Sie in die Tierarztpraxis?

Die Hundemalaria, in der Fachsprache Babesiose, ist eine durch Zecken übertragene Parasitenerkrankung, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstört. Fieber, Mattigkeit und dunkler Urin in den Tagen oder Wochen nach einem Ausflug ins Grüne sind ein Grund, sofort zum Tierarzt zu gehen: Früh behandelt, heilt die Krankheit meist gut aus, unbehandelt kann sie tödlich verlaufen.

Was ist Hundemalaria?
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Die Hundemalaria wird durch winzige Parasiten der Gattung Babesia verursacht, die sich in den roten Blutkörperchen einnisten und sie zerstören. Mit der Malaria des Menschen hat sie nur den Mechanismus gemeinsam, daher der Name. In Deutschland ist vor allem Babesia canis verantwortlich, übertragen durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die auch Wiesen- oder Buntzecke genannt wird.

Lange galt die Babesiose hierzulande als typische „Reisekrankheit“ aus Südeuropa. Anders als oft angenommen, betrifft sie heute nicht mehr nur Jagdhunde oder Hunde, die mit in den Urlaub fahren: Laut einer Mitteilung des Instituts für Parasitologie der Freien Universität Berlin vom Juni 2026 hat sich die Auwaldzecke in weiten Teilen Deutschlands angesiedelt, und die Zahl der Erkrankungen steigt, unter anderem in Berlin und Brandenburg. Als Gründe nennen die Forschenden den Klimawandel, mehr Brachflächen, wachsende Wildbestände und eingeführte, bereits infizierte Hunde.

Tierärztinnen und Tierärzte sprechen meist von „Babesiose“, umgangssprachlich auch von „Piroplasmose“: Gemeint ist immer dieselbe Krankheit.

Warum der Herbst eine Risikozeit ist
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Anders als der Holzbock, den die meisten Hundehalter kennen, hat die Auwaldzecke ihre Hauptsaison in der kühlen Jahreszeit. Nach der europäischen Übersichtsarbeit zur Babesiose des Hundes sind erwachsene Auwaldzecken vor allem von Oktober bis März aktiv, mit Spitzen im Frühjahr und im Herbst.

Auch der Winter bietet keine Pause: ESCCAP Deutschland weist darauf hin, dass die Zecke schon bei 4 °C und selbst bei Bodenfrost aktiv ist und inzwischen in allen Bundesländern nachgewiesen wurde.

Besonders gefährdet sind Hunde, die viel Zeit im hohen Gras verbringen:

  • Jagd- und Hütehunde;
  • Hunde, die regelmäßig an Waldrändern, auf Wiesen oder an Flussufern unterwegs sind;
  • Hunde auf dem Land, mit Garten am Feldrand.

Wer im Herbst ausgedehnte Waldspaziergänge plant, sollte nicht nur an Zecken denken. Behalten Sie auch die Regeln für den Spaziergang in der Jagdsaison im Kopf: Oft sind es dieselben Wege.

Hundemalaria (Babesiose): Symptome, Auwaldzecke und Vorbeugung

Wie überträgt die Zecke die Babesiose?
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Die Übertragung erfolgt nicht sofort. Nach den ESCCAP-Empfehlungen zu vektorübertragenen Krankheiten muss die Zecke in der Regel 24 bis 48 Stunden saugen, bevor die Erreger in das Blut des Hundes gelangen.

Das verschafft Ihnen Zeit: Eine Zecke, die am Abend nach dem Spaziergang entdeckt und entfernt wird, hat deutlich seltener Babesien übertragen. Suchen Sie Ihren Hund deshalb nach jedem Ausflug ab, besonders Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Leisten und die Zwischenräume der Zehen.

Nach einer Infektion zeigen sich die ersten Anzeichen meist ein bis drei Wochen später. Bis dahin ist die Zecke längst abgefallen, und viele Halter denken gar nicht mehr an sie.

Welche Symptome zeigt ein Hund mit Babesiose?
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Das häufigste Anzeichen ist hohes Fieber, verbunden mit plötzlicher Mattigkeit. Die Freie Universität Berlin nennt als typische Symptome Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, hohes Fieber, blasse Schleimhäute und dunkel gefärbten Urin. Achten Sie also auf:

  • einen Hund, der matt ist und nicht mehr spielen oder hinausgehen möchte;
  • Appetitlosigkeit, manchmal Erbrechen;
  • blasse oder gelbliche Schleimhäute (Zahnfleisch, Lidinnenseiten);
  • dunklen, braunen oder rötlichen Urin;
  • schnellere Atmung oder Kurzatmigkeit bei Belastung.

Dunkler Urin ist ein deutlicher Hinweis auf den Zerfall roter Blutkörperchen, tritt aber nicht bei jedem Hund auf. Ein Hund mit Fieber, der nach einem Ausflug ins Grüne nicht mehr frisst, gehört auch ohne dieses Zeichen in die Praxis.

Unbehandelt kann die Krankheit Komplikationen nach sich ziehen: Die Übersichtsarbeit von Solano-Gallego und Kollegen nennt unter anderem Nierenschäden, Gerinnungsstörungen und Atemprobleme. Damit Sie Notfälle besser einschätzen können, behalten Sie die Symptome, die jeder Hundehalter kennen sollte, im Blick.

Wann sollten Sie in die Tierarztpraxis?
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Wenn ein Hund, der Zecken ausgesetzt gewesen sein könnte, Fieber hat, nicht mehr frisst oder ungewöhnlich müde wirkt, sollten Sie noch am selben Tag zum Tierarzt. Warten Sie nicht, bis sich der Urin verfärbt.

Die Tierärztin oder der Tierarzt bestätigt die Diagnose mit einer Blutuntersuchung: Im Blutausstrich sind die Babesien oft unter dem Mikroskop zu sehen, weitere Tests ergänzen den Befund. Behandelt wird mit einem speziellen Antiparasitikum, bei Bedarf ergänzt durch unterstützende Maßnahmen wie Infusionen oder, bei starker Blutarmut, eine Bluttransfusion.

Geben Sie Ihrem Hund niemals fiebersenkende Medikamente aus der Hausapotheke: Einige sind für Hunde giftig, und sie können den Krankheitsverlauf verschleiern.

So schützen Sie Ihren Hund wirksam
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Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna von der Freien Universität Berlin betont, dass sich die Erkrankung mit einem kontinuierlich aufgefrischten Zeckenschutz zuverlässig verhindern lässt. Da die Auwaldzecke das ganze Jahr über aktiv ist, empfehlen Fachleute einen Schutz ohne Winterpause. Konkret bedeutet das:

  • ein für Ihren Hund geeignetes Zeckenmittel (Halsband, Spot-on oder Tablette), mit der Tierarztpraxis ausgewählt und lückenlos erneuert;
  • nach jedem Spaziergang das Fell absuchen, vor allem im Herbst und im Winter;
  • Zecken mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernen, ohne sie zu quetschen und ohne vorher Öl oder andere Mittel aufzutragen;
  • Garten pflegen: Rasen kurz halten, Laub und Gestrüpp an den Rändern entfernen.

Dieselben Maßnahmen schützen auch vor anderen von Zecken übertragenen Krankheiten. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unseren Tipps, um Zecken richtig zu entfernen und Ihren Hund im Alltag zu schützen.

Hundemalaria: Fell nach dem Spaziergang auf Zecken absuchen

Gibt es eine Impfung gegen Hundemalaria?
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In einigen europäischen Ländern gibt es einen Impfstoff gegen Babesia canis. Laut ESCCAP schützt er vor schweren Verläufen, verhindert aber nicht die Infektion selbst; in stark betroffenen Gebieten wird eine Auffrischung alle sechs Monate empfohlen. Er ersetzt den Zeckenschutz also nicht. Ob eine Impfung für Ihren Hund verfügbar und sinnvoll ist, etwa vor einer Reise nach Frankreich oder Osteuropa, besprechen Sie am besten mit Ihrer Tierarztpraxis.

Früher bemerken, dass etwas nicht stimmt
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Das Tückische an der Babesiose: Die ersten Anzeichen sind unauffällig. Ein Hund, der etwas weniger aktiv ist und mehr schläft, fällt im Alltag oft erst nach ein, zwei Tagen auf, gerade wenn der Herbst die Spaziergänge ohnehin verkürzt.

Gerade weil die ersten Anzeichen so unauffällig sind, hilft eine tägliche Gesundheitsbegleitung dabei, Veränderungen in der Routine zu erkennen. Am Halsband getragen, zeichnet der Biotracker von Invoxia Aktivität, Schlaf sowie Herz- und Atemfrequenz Ihres Hundes in Ruhe auf. Ein ungewohnter Rückgang der Aktivität oder eine schnellere Atmung in Ruhe sind Veränderungen, die Sie Ihrer Tierarztpraxis mitteilen sollten, besonders nach einer Zeit mit Zeckenkontakt.

Der Biotracker erkennt keine Hundemalaria und stellt keine Diagnose. Er zeigt Ihnen, was für Ihren Hund normal ist, damit Sie früher reagieren und genau beschreiben können, was Ihnen aufgefallen ist. Mit GPS-Ortung und bis zu 15 Tagen Akkulaufzeit begleitet er Sie auch bei langen Ausflügen in Wald und Feld. Wie Sie daraus eine Routine machen, erfahren Sie, wenn Sie die Gesundheit Ihres Hundes im Alltag überwachen.

💡 Gut zu wissen

In der App können Sie Ihre Tierarztpraxis einladen, die Daten Ihres Hundes zu verfolgen, mit Biotrack. Hat Ihr Hund Fieber oder wirkt er matt, sieht die Praxis so den Verlauf von Aktivität und Ruhe der letzten Tage.

FAQ — Hundemalaria (Babesiose)
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Ist Hundemalaria für Menschen oder andere Hunde ansteckend?
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Babesia canis wird nicht auf den Menschen übertragen, und ein erkrankter Hund steckt andere Hunde nicht durch bloßen Kontakt an. Übertragen wird die Krankheit über die Zecke, außerdem über Bluttransfusionen; deshalb werden Blutspenderhunde untersucht.

Wie lange nach dem Zeckenstich treten Symptome auf?
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In der Regel ein bis drei Wochen danach. Denken Sie deshalb auch dann an Babesiose, wenn Sie in letzter Zeit keine Zecke an Ihrem Hund gefunden haben.

Ist Babesiose beim Hund heilbar?
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Ja, die meisten Hunde erholen sich, wenn sie schnell behandelt werden. Die Prognose hängt davon ab, wie früh die Behandlung beginnt und ob Komplikationen auftreten. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Reicht die Impfung als Schutz aus?
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Nein. Die Impfung mildert schwere Verläufe, verhindert aber keine Infektion. Der Schutz beruht vor allem auf einem wirksamen Zeckenmittel und dem Absuchen des Fells nach jedem Ausflug.

Kann ein Hund mehrmals an Babesiose erkranken?
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Ja. Eine überstandene Erkrankung schützt nicht dauerhaft. Auch ein genesener Hund sollte durchgehend vor Zecken geschützt bleiben.

Zusammenfassung
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Die Hundemalaria wird durch die Auwaldzecke übertragen, die sich in Deutschland stark ausgebreitet hat und vor allem in der kühlen Jahreszeit aktiv ist. Typisch sind Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit, manchmal dunkler Urin, ein bis drei Wochen nach dem Zeckenstich. Der beste Schutz ist ein lückenloser Zeckenschutz, das Absuchen des Fells nach jedem Spaziergang und, je nach Region, die Impfung. Im Zweifel gehen Sie noch am selben Tag in die Tierarztpraxis: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.

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